Es wird nur wenige in Österreich geben, die den großen Einfluss der katholischen Kirche auf Land und Leute leugnen würden. Allerdings sehen die einen das als gegeben und positiv (da wird oft von „der abendländischen Kultur“ gesprochen), die anderen als Bedrohung. Gerade in den letzten Tagen gab mir einiges zu denken: „Die Christen“, eng verbandelt mit pro-life (bekannt für die Terrorisierung von schwangeren Frauen vor Abtreibungskliniken: Überraschung, das Christentum ist sexistisch), hatte als Partei zwar „nur“ 0.6% aller Stimmen (in konkreten Zahlen trotzdem knapp über 30.000 BefürworterInnen), aber alleine die Kandidatur einer Glaubensgemeinschaft in einem von Religionen getrennten Staat wie Österreich ist eine Zumutung. Würden „Die Islamis“ kandidieren, würden alle Zeich auf Krieg stehen.
Auch gibt es Vikare, die behaupten nackt duschen würde der katholischen Moral widersprechen (Moritz Ablinger bloggte dies ganz nett.) – doch im Großen und Ganzen geht es mir hier um kleinere, aber nicht unbedingt unbedeutendere Zwischenfälle, welche die Macht der Kirche nich unbedingt im direkten Sinne aufzeigt, sondern allein dadurch, dass die ChristInnen Österreichs durch ihren Glauben und ihr Wissen, der „Mehrheitsreligion“ anzugehören, dermaßen Druck auf unreligiöse oder andersgläubige MitbürgerInnen auswirken können, um dies alleine schon als politisches Werkzeug der offiziellen Kirche bezeichnen zu können.
Ich bin vor kurzem aus der Kirche ausgetreten (ich weiß, Blitzkneisser, aber meine Eltern tauften mich, „damit ich es nicht so schwer hätte“). Für alle die das ebenfalls schon einmal in Erwägung zogen, das dauert vielleicht fünf Minuten und ist äußerst unkompliziert. Jedoch nehmt euch in Acht: Einige Wochen nachher wird ein Brief bei euch daheim eintrudeln, den in meinem Fall Dr. Ludwig Schwarz (seines Zeichens Diozösenbischof von Linz) persönlich unterschrieben hat. Dieser Brief ist zwei Seiten lang, und der Text ist unter den Begriffen höfliches Drohen zu subsumieren. Abgesehen davon, dass nach meinen Austrittsgründen gefragt wird, wird mir auf der zweiten Seite mit der symphatischen Überschrift „Der Kirchenaustritt und seine Folgen“ weißgemacht, dass ich jetzt leider auf den Empfang des Sakraments (keine Ahnung was das ist), einen fasselnden Pfarrer bei meinem Begräbnis und noch weitere äusserst lebensnotwendige Dinge verzichten muss. Heilige Scheiße, gut dass mich da noch einmal wer darauf hinweist!
Und bitte vergesst nicht auf die dunkle Unterhose beim Duschen, denn bei den weißen könnte es passieren, dass ihr euer eigenes Geschlechtsteil erblickt!


2 Kommentare
1. Oktober, 2008 um 22:34
cooler artikel.
und ich danke für die 4 hits, die der link auf meinen blog mir gebracht hat.;)
10. Oktober, 2008 um 7:05
hmm, dann müsste ich wohl ne lange Unterhose anziehen. xD
(yes i like dick jokes)