5. November, 2008...22:33

Obamafragen

Zu den Kommentaren

Ich hab einerseits versprochen, die US-Wahl oder eigentlich den neuen Präsidenten Obama zu besprechen, allerdings wüteten sehr viele Gedanken in meinen Kopf, die ich ungern unüberlegt niederschreiben wollte. Doch der Blog elementarteile brachte das, was mir am Herzen liegt ziemlich gut auf den Punkt:

Vergesst doch bitte die “Rassenfrage” es geht um die Klassenfrage. Und in der hat sich nun wirklich nichts verändert…

[via redblog]

Diese Aussage bedeutet schlicht und einfach folgendes: Obama mag sich hochgearbeitet haben, er mag früher Sozialarbeiter gewesen sein, doch heute steht er genau auf der anderen Seite. Seinen fast klischeehaft sozialdemokratischen Touch möchte ich auf keinen Fall wegleugnen, dieses: „Das Wirtschaftsystem bevorzugt die Reichen“ (Ach wirklich, dazu ist es erfunden worden). Doch seine Lösungsvorschläge sind ebenso hellrot: Krankenversicherungen sollen zwar geöffnet aber nicht garantiert werden, milliardenschwere Dollarpakete für diese armen Banken sind sowieso klar (und hilft ganz sicherlich den 34,6 Millionen armen US-BürgerInnen).

3 Kommentare

  • Ja, wobei du da einfach nicht mit europäischen Standards kommen darfst…

    Für den Durchschnittsamerikaner, also noch über Armutsgrenze aber nur wegen drei Jobs, ist das alles ein sehr wichtiger Schritt in eine linke Richtung, nachdem man gerade erst wieder die Konservativen gallopieren sehen konnte. Naja, jetz wär eine Metapher auf den Fall vom hohen Ross passend, aber das lass ich lieber…

    Der fast schon zum Unwort mutierte Ausdruck „Obamania“ ist ganz einfach dadurch erklärbar, dass diese ganzen tollen Dinge, wie ein Sozialstaat zum Beispiel, bei uns in Europa zwar auch gerade krepieren, oder eigentlich schon längst tot sind, aber in Amerika nie ein Thema waren. Und Menschlichkeit steckt scheinbar an, und deswegen ist dieser kleine sozialdemokratisch hellrote Ton zu entschuldigen. Er hatte trotzdem auch eine Wahl in einem erzkonservativen Land zu gewinnen, um hellrot zu sein…

  • Wahrscheinlich hast du mit deiner Obamaskepsis recht.
    Aber vielleicht sind momentan in den meisten Teilen der Welt(und ja da zähle ich die USA dazu) PräsidentInnenschaftswahlen nicht dazu predästiniert Menschen aus dem Volk an die Macht zu bringen, die für wirkliche Veränderung stünden.
    Ich will damit Obama nicht verherrlichen, ich wollt das nur sagen.

  • Lieber Tobi, wenn du Recht hast, dann würde das automatisch auch deine Argumente entkräften: Du sprichst auch von „den“ DurchschnittsamerikanerInnen.


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