8. November, 2008...17:26

Politischer Aktivismus im Internet ein Hindernis?

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Mit Obamas genialer Internet-Strategie für den Wahlkampf bekam die Diskussion über das Internet als politisches Werkzeug, biszuweilen Möglichkeit, endlich wieder etwas Wind in die Segeln. In Deutschland gabs dazu eine Konferenz: “Social Web – Towards Networked Protest Politics?” an der Universität Siegen. Der deutsche Blog netzpolitik.org berichtet:

Eine eher ungewollte Unterstützung für diese These lieferte Patrick Meier, der im Rahmen seiner Dissertation den Einfluss von Informations- und Telekommunikationstechnologien (ICT) auf authoritäre Regimes untersucht hat. Das überraschende Ergebnis seiner Studie lautet:

“An increase in the number of internet users leads to a decrease in protests in authoritarian regimes.”

Anders als erwartet führen neue Organisationsmöglichkeiten über Social Media nicht zu einem Anstieg, sondern zu einem signifikaten Abfall an größeren Protesten. Das gleiche gilt, allerdings in deutlich geringerem Maß, für die Verbreitung von Mobiltelefonen. Eine Erklärung für dieses Phänomen, das auch meine subjektiven Wahrnehmung von Protestbewegungen etwa in Ägypten konterkariert, hat Meier bisher nicht.

[Ich habe mir erlaubt, einen kleinen Rechtschreibfehler auszubessern]. Ich denke, dass das Internet für den Informationsfluss an Aussenstehende und die Mobilisierungsfrage bereits Aktiver eine große Rolle spielen wird. Diese Potential ist noch längst nicht ausgeschöpft. Allerdings durch das Aufkommen des „Digital Divides“ – dem Phänomen, dass der Internetzugang stark von sozialen Faktoren abhängig ist (Wikipedia-Eintrag) – werden viele soziale Interessenskonflikte von vorne herein aus dem Internet herausgehalten.

Hier sei noch auf die Plattform digiactive.org verwiesen, die dem Internetaktivismus eine Grundlage bieten wollen.

2 Kommentare

  • Ich glaube das ist eine Frage, wie man Protest definiert. Vermutlich nimmt er nicht ab, er verlagert sich bloß etwa von der Straße ins WWW (und erreicht dort wenigstens potentiell mehr Leute außerhalb des Landes, weil die anderen Massenmedien nicht mehr zwingend ein Filter sind, der den Straßenprotest der Welt präsentiert oder auch nicht – siehe Burma)

  • Aber Protest ist doch kein Selbstzweck, oder? Realer als auch digitaler Aktivismus möchte ja verändern. Die Frage ist ob zweiterer das auch kann.


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