Claudia Schmied ist wieder Bildungsministerin. Sie will mit Zentralmatura und Neuer Mittelschule Ernst machen. Abgesehen davon, dass ich gewisse Ansätze und Ideen nicht schlecht finde, lassen allerdings sowohl die Konzepte als auch die Umsetzung mehr als zu wünschen übrig. Ich möchte mich an dieser Stelle keinenfalls auf Schmieds Seite stellen, ich finde auch ihre Kulturpolitik furchtbar (Leitungspostenbesetzungen wie in der Monarchie, Förderung der freien Szene blieb auch aus,…). Allerdings krieg ich immer eine Wut, wenn LehrerInnen das Argument vorbringen, dass sie „die LehrerInnengewerkschaft“ nicht mitarbeiten lässt. Ich bin wirklich Gewerkschaftsfreund – ja ich glaube sogar, dass diese viel zu lasch arbeitet und gerade die Spitze sich meist auf die Seite der Unternehmen stellt. Aber die österreichische LehrerInnengewerkschaft besteht aus großen Teilen aus Betonschädeln (siehe Neugebauer) und Erzkonservativen (siehe Enzenhofer). Zu Beginn ihrer ersten Amtsperiode versuchte Schmied durchaus mit dieser Organisation zusammenzuarbeiten. Aufgrund mafiaähnlicher Arbeitsweisen und Strukturen ist das allerdings nicht einfach. Ich würde mit der LehrerInnengewerkschaft in der heute existierenden Form auch nur peripher arbeiten. Jetzt einmal im Ernst: Welche Vorschläge sind von den LehrerInnenvertreterInnen in den letzten Jahren gekommen, die nicht auf „lassen wir es wie immer oder noch schlimmer“ hinausliefen?
1. Dezember, 2008...11:23
Die österreichische Mafia
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1 Kommentar
4. Dezember, 2008 um 20:21
hallöchen.
bin grad wieder mal über deinen, blog gestolpert.
du hast bei deiner argumentation, warum die lehrerInnengewerkschaft sich aus der bildungspolitik raushalten sollten, ein zentrales argument vergessen: die lehrerInnengewerkschaft, egal welcher fraktion, ist eine interessensvertretung, und soll darum keine bildungspolitik machen.
solange die lehrerInnengewerkschaft über ihre kanäle noch aktiv politik macht, solange wird sich in unserem system auch nichts massiv verändern können. das bedeutet jetzt nicht, dass sie sich nicht zu wort melden sollen, aber eben auch nicht mehr aktiv politik zu machen.
diese chance, ist mit claudia schmied schon gegeben, da sie nicht aus dem lehrergewerkschaftlichen umfeld kommt, wie ein enzenhofer, ein neugebauer oder auch eine gehrer. was sie daraus macht, liegt an ihr.